Dr. Martina Claus-Bachmann
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Die Felder der Musikwissenschaft in Bezug zur Kulturwissenschaft -Systematische Musikwissenschaft
Verknüpfung zu naturwissenschaftlichen Disziplinen, wie
-der physikalischen Akustik,
-der Biologie des auditiven Apparates und
-der Gehirnforschung in Bezug auf auditive Wahrnehmung
Zurück zu unseren drei Tönen am Anfang: Was haben sie innerhalb eines kulturwissenschaftlichen Diskurses verloren? Lassen Sie uns dazu die Beiträge der einzelnen musikwissenschaftlichen Stränge abfragen, wenn auch durch die zeitliche Beschränkung sehr straff zusammengefasst, und die Ergebnisse jeweils in Beziehung setzen mit dem, was im Bereich der Kulturwissenschaften inhaltlich und eventuell auch methodisch fokussiert wird.

-         Systematische Musikwissenschaft

Was kann die Systematische Musikwissenschaft hinsichtlich eines Erkenntniszuwachses in Bezug auf unsere drei vorgestellten Töne leisten?
Zum einen zeigt sie zunächst als ganz grundsätzliche Differenzwahrnehmung, dass diese drei Töne geformte sonische Gestalten sind, indem sie sie in einer Klanganalyse als Klänge mit einem harmonischen Obertonspektrum von Geräuschen, Tongemischen oder auch reinen Sinustönen ohne Oberschwingungen abgrenzen würde. Zum anderen würde eine Skalenanalyse ergeben, dass die Ton- oder besser Klangfolge sich innerhalb des ersten Tetrachords einer modalen, nämlich phrygischen Skala in temperierter Stimmung bewegt. Zum dritten könnte die Klanggestalt spektrographisch mit ihren Frequenzen erfasst werden, was dann so aussähe: s.o.
Nun macht ein solches Spektrogramm erst im Vergleich Sinn und so können wir die synthetisierte, im Prinzip kulturell dekonstruierte sonische Struktur des Melodie-Pattern mit dem Original als Ausschnitt von „Recorded Culture“ vergleichen:
Ich glaube, schon hier wird deutlich, was kulturelle Ausformung bedeutet im Hinblick auf sonische Gestalt. Auch wenn wir noch nicht viel erfahren konnten über die kulturelle Konstruiertheit des Patterns, so wird doch klar, was der Unterschied ist zwischen nackter, kontur- und kontextloser Klanggestalt und kultureller Ausformung, die zu einer Soundtextur oder besser gesagt klanglichen Kon-Textur führt. Was die Systematische Musikwissenschaft vor allem in kulturwissenschaftlicher Hinsicht leistet, ist neben dem Schaffen dieser Differenzwahrnehmung eine Verknüpfung zu naturwissenschaftlichen Disziplinen, wie der physikalischen Akustik, der Biologie des auditiven Apparates und der Gehirnforschung in Bezug auf auditive Wahrnehmung. Zur weiteren Rekonstruktion lassen Sie uns auf die Methoden der historischen Musikwissenschaft zurückgreifen.