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Wie im Überblick
bereits angeklungen, gilt die Ethnologie als eine der Kernwissenschaften der
Cultural Studies. Nach Überwindung der universalistisch und
evolutionstheoretisch ausgerichteten Anfangsphase griff auch die
Ethnomusikologie seit den 50er Jahren die Themen der Hybridisierung,
post-kolonialen Identitätsbildung, Inter- und Transkulturalität auf,
allerdings ebenfalls besonders im anglo-amerikanischen Raum, der stärker als
das mitteleuropäische Deutschland von Migrationsströmen, Aufarbeitung der Sklaverei
und dem Ende der Kolonialreiche betroffen war. Verbunden mit Namen wie
Richard Waterman und Alan Merriam etablierte sich die Jazz-Forschung in den
USA und seit den 70er und 80er Jahren sind Studien im urbanen Kontext, der
von besonders dichter Hybridisierung betroffen ist, Anliegen der
Ethnomusikologie. Dass sich in Deutschland Jazz- und Popularmusikforschung
als eigene Richtungen etabliert haben und von der Ethnomusikologie
abgespalten scheinen, ist eher verwunderlich, mag jedoch an der speziellen
historischen und sozio-kulturellen Situation liegen. Ein
kulturwissenschaftlicher Rahmen könnte die abgespaltenen Stränge wieder
vereinen und ein Reservoir an Inhalten und Methoden zusammenstellen, das
Kulturen in emanzipatorischer Weise in ihrer sonischen Struktur erfassen
würde.
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