Dr. Martina Claus-Bachmann
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Ethnomusikologie
Richard Waterman und Alan P. Merriam
Wie im Überblick bereits angeklungen, gilt die Ethnologie als eine der Kernwissenschaften der Cultural Studies. Nach Überwindung der universalistisch und evolutionstheoretisch ausgerichteten Anfangsphase griff auch die Ethnomusikologie seit den 50er Jahren die Themen der Hybridisierung, post-kolonialen Identitätsbildung, Inter- und Transkulturalität auf, allerdings ebenfalls besonders im anglo-amerikanischen Raum, der stärker als das mitteleuropäische Deutschland von Migrationsströmen, Aufarbeitung der Sklaverei und dem Ende der Kolonialreiche betroffen war. Verbunden mit Namen wie Richard Waterman und Alan Merriam etablierte sich die Jazz-Forschung in den USA und seit den 70er und 80er Jahren sind Studien im urbanen Kontext, der von besonders dichter Hybridisierung betroffen ist, Anliegen der Ethnomusikologie. Dass sich in Deutschland Jazz- und Popularmusikforschung als eigene Richtungen etabliert haben und von der Ethnomusikologie abgespalten scheinen, ist eher verwunderlich, mag jedoch an der speziellen historischen und sozio-kulturellen Situation liegen. Ein kulturwissenschaftlicher Rahmen könnte die abgespaltenen Stränge wieder vereinen und ein Reservoir an Inhalten und Methoden zusammenstellen, das Kulturen in emanzipatorischer Weise in ihrer sonischen Struktur erfassen würde.