Modul
6:
Gamini
ein Song für einen jungen Helden

Abb. 11: Das Modul 6 erfordert einen Audio-CD-Player
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In
Sri Lanka herrschte bis zum Jahre 2009 Bürgerkrieg. Grund war ein
weit in die Geschichte reichender Konflikt zwischen den Singhalesen,
die ethnisch gesehen 80% der Inselbewohner ausmachen und den Tamilen,
die in mehreren Schüben aus dem indischen Bundesstaat Tamil Nadu
einwanderten, früher wegen Hungersnöten, später als angeworbene
Plantagenarbeiter, und den Norden und Teile der Ostküste der Insel
besiedeln. Die Tamilen fühlen sich machtpolitisch unterrepräsentiert
und eine Terrorabsplitterung, die Tamilischen Tiger, die in letzter
Zeit nur noch mit Selbstmordattentätern operierten, verlangen einen
eigenen Staat im Norden des Landes. Immer wieder finden Scharmützel
zwischen den Tigern und der sri lankischen Berufs-Armee
statt und der vorliegende Popsong thematisiert ein tatsächliches
Ereignis und die Heldentat eines jungen Soldaten.
Modul 6
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* Arbeitsblatt zu diesem Modul:


Abb. 12: CD-Cover der Audio-CD zu Modul 6
*Infokasten:
Überblick zu Musikkulturen im heutigen Sri Lanka
Eine
klassische oder besser traditionelle Musikkultur mit ideellem
hegemonialem Dominanzanspruch wird von altehrwürdigen Musikerfamilien
vertreten, lebendig erhalten und gepflegt; diese Musikkultur geht
auf das höfische Repertoire zurück, welches sich aufgrund
älterer Traditionen am Hofe der singhalesischen Könige von
Kandy im 18. und 19. Jahrhundert herausgebildet hatte. Es handelt
sich dabei im wesentlichen um ein Repertoire von untrennbar verbundenen
Trommel- und Tanz-Items, die durch Wettbewerbe bei Hofe zu Virtuosität
und Vielfalt entwickelt wurden. Allerdings existiert daneben auch
ein unabhängiges Trommelrepertoire. Ein heutiger Schüler
dieser klassischen Ausdrucksformen kann sich an privaten oder staatlichen
Instituten ausbilden lassen und hat sowohl im Trommel- als auch im
Tanzbereich eine bestimmte Anzahl an Basisübungen (Saramaba)
zu absolvieren, die genau festgelegt und klassifiziert sind. Ein Beispiel
für diese im höfischen Bereich entwickelten Formen sind
die 18 sogenannten Vannamas, Tanz- und Trommel-Stücke von ca.
20 Minuten Länge, in denen unter anderem Tierbewegungen, emotionale
Befindlichkeiten oder buddhistisch
beeinflusste Texte tänzerisch umgesetzt werden. Ein schönes
Beispiel ist das Asadrusa-Vannam, welchem folgende Worte (kaviya=poetischer
Text) zugrunde liegen, die teils gesungen, teils deklamatorisch während
der Tanzdarstellung einfließen:
We
worship to Lord Buddha, Dhamma and Sangha (Triple Gem)
and
dispell or destroy all the bad eyes, bad mouths and bad verses by
the power of the Triple Gem. I
am explaining the truth which is expressed by the priest Irshu just
in front of the audience. God
Vishvakarama is the one, who created the first four basic rhythmic
patterns, The legendary King called Maha Sammatha created the arts for the people. (translated
from Sinhala by Madhavi Shilpadhipathi)
Abb.
2: All-Island- Schulwettbewerb im traditionellen Kandy-Tanzstil
Das Foto zeigt die Siegergruppe 2000 trainiert von Kanthi Shilpadhipathi; Aufgabe für jede der acht Gruppen war es, einen Teil aus dem Kohomba-Kankariya-Ritual zu tanzen,welches als Ursprungsritual der gesamten Tanz- und Trommelkultur gilt und ein Schutzritual vor Krankheit und ein Verstärkungsritual positiver Energien darstellt. Neben dem als "klassisch" zu wertenden Kandy-Stil, der nach außen hin zu einem repräsentativen Symbol für sri lankische Musikkultur geworden ist, existieren mehrere Regionalkulturen, wie die Sabaragamuwa (Zentral-Sri Lanka)- und die Low-Country (Südküste)-Tanz- und Trommelkultur, die sich unter anderem neben der Entwicklung spezifischer Formen jeweils durch den Gebrauch verschiedener Trommeltypen und eigener Tanzpatterns, sowie einen anderen Tanzstil (einschließlich der Kostüme) voneinander abheben. Daneben existieren wie überall auf der Welt transkulturierte Formen, die sich zum einen aus Elementen der von den jeweiligen Kolonialisten mitgebrachten Ausdrucksformen speisen, wie z. B. in der portugiesisch beeinflussten Baila-Musik, die für Sri Lanker eine gewisse Ausgelassenheit, ja Laszivität ausstrahlt. Zum anderen findet man eine kommerziell erfolgreiche Mischung aus traditionell der Volkskultur entstammendem, auch religiös bezogenem Melodie- und Songtext-Repertoire, dargeboten und instrumental unterlegt mit Keyboardsound und Popmusik-Arrangements westlich-europäischen Zuschnitts, genannt Miyuru Gee (gefällige Lieder), wozu aber auch neu erfundene Liedmelodien und Texte gerechnet werden.Als subkulturelle Formen spielen im urbanen Bereich die Techno-Kultur eine gewisse Rolle, daneben eine regional adaptierte Variante von Rap und eine aus der Hindi-Filmmusik entwickelte eigene popmusikalische Richtung. Bei den Jugendlichen in der starken Fremdeinflüssen (Tourismus) ausgesetzten Küstenzone findet speziell jamaikanischer Reggae, auch in regional adaptierter Form Gefallen. Nicht zu vergessen sind die Minoritätskulturen, u. a. der Veddhas, der äußerst dezimierten Ureinwohner der Insel (ca. 300 Menschen), oder der von arabischen Einflüssen geprägten moslemischen Bevölkerungsgruppe (ca. 7 %) und nicht zuletzt der hinduistisch-indisch geprägten Tamilen (17%).
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